Frauenmantel Poster - HAGALL-Verlag

Frauenmantel Poster – HAGALL-Verlag

Welche andere Pflanze könnte die Wesensart des weiblichen Geburtenschoßes besser verkörpern als der Frauenmantel? Im geborgenen Grunde ihres mantelartig umhüllenden, nach oben empfangend geöffneten, weichen Blattes, bringt die Alchemistin unter den Pflanzen in rhythmischer Gebärde einen silbernen Tautropfen hervor. Alchemilla steht für die Bejahung der weiblichen Rhythmen und für das Frausein.

Der ausdauernde, schiefe, vielköpfige Wurzelstock der Alchemilla vulgaris ist holzig, dick und dunkelbraun. Die Wurzelblätter sind langgestielt und nierenförmig, wie Fächer gefaltet; mit halbkreisförmigen Lappen, fein gesägt. Die Stängelblätter sind klein und die kleinen, hellgrünen Blüten stehen ebensträußig. Der Frauenmantel blüht von Mai bis Juli. Er wächst in gebirgigen Gegenden Europas und feuchten, schattigen Grasplätzen und an Waldwegen. Wurzel und Kraut sind geruchlos und schmecken bitter, leicht zusammenziehend.

In alten Kräuterbüchern steht geschrieben, das der Frauenmantel wegen seiner zusammenziehenden Kraft ein Wundmittel ist. Der Aufguss 60 gr aufs Liter Wasser, heilt Quetschungen und dient gegen Blutflüsse, Durchfall und Harnruhr.

Die moderne Phytotherapie 

Frauenmantel ist eine, wenn nicht die wichtigste Frauenpflanze, angefangen von der Pupertät begleitet sie uns ein ganzes Frauenleben lang bis in das Klimakterium. Jedes Jahr beschenkt sie uns mit ihrer herrlichen venushaften Gestalt und im Maivollmond, der dem Skorpion untersteht, werden die jungen Blätter und die zarten Blüten gesammelt und zu einer Tinktur angesetzt. Guter Branntwein verbessert die Rezeptur. Eine ganze Mondphase wird die Tinktur ausgezogen, damit die Pflanze, die dem Planeten Venus und Mond unterstellt ist, ihre ganze Kraft entfalten kann. 

Einige der wichtigsten Anwendungsgebiete des Frauenmantels sind: 

In erster Linie natürlich die hormonelle Begleitung der Frau in den fruchtbaren Jahren, angefangen in der Pupertät, als Begleitung in der Schwangerschaft und besonders auch beim Kinderwunsch. Frauenmantel bereitet das Nest vor (damit ist die Gebärmutter gemeint), damit das Ungeborene in guter Umgebung wohl behütet ist. Durch ihre Gestagenähnliche Wirkung wird das Schwangerwerden unterstützt.

Während der Schwangschaft darf Frau täglich eine Tasse Tee aus dem Kraut der Alchemilla vulgaris trinken. Und nach der Geburt wird der Tee getrunken, damit sich die Schwangerschaftsstreifen zurückbilden. Frauenmantel ist auch eine Arznei für die Beschwerden der zweiten Lebenshälfte. Weil der Frauenmantel die rhythmischen Prozesse des weiblichen Unterleibes unterstützt. Weniger bekannt, aber nicht minder interessant ist die Verwendung von Trinktur oder Extrakt der Heilpflanze bei Zahnneuralgien und als Nachbehandlung bei Zahnextraktionen.

Schön durch Tautropfen

Die Guttationsflüssigkeit ist ein besonderes Lösungsmittel! Die morgentlichen Tautropfen bilden sich am Blattrand und sammeln sich im Schoß des fächerartigen Blattes. Dort können sie leicht eingesammelt werden, Tropfen an den Blattspitzen lassen sich mit einer Pinpette aufsaugen. Wer sich so sein Gesichtswasser selbst schöpft, verfügt über ein Schönheitswasser, das käuflich nicht zu erwerben ist.

Alchemistischer Fruchtbarkeitszauber

Der Frauenmantel errang schon in der Hochzeit der Alchemie magischen Ruhm. Der sich in der Mitte der Blätter sammelnde Tau wurde in alchemistischen Experimenten, besonders bei der Suche nach dem Stein der Weisen und in der Verwandlung von Blei zu Gold, intensiv angewandt. Man kann den Frauenmantel zu allen magischen Mixturen geben, um ihre Kraft und Wirksamkeit zu verstärken.

Der gesammelte Tau wird magischen Getränken beigemischt, um die enthaltene Kraft darin zu versiegeln. Heute findet der Frauenmantel eher in Lieberzauber und in Säckchen oder Amuletten seine Anwendung. Da er einen besonderen Frauenbezug besitzt, wird der Frauenmantel auch bei Fruchtbarkeitszaubern oder -ritualen sowie als Räuchermischung verwendet.

Das Silbermäntli, die kleine Schwester Alchemillas

Heißt dieses Kräutlein Frauenmantel vielleicht so, weil es Blätter hat, die wie ein Mantel geformt sind oder aber weil es den Frauen so gut helfen kann, dass es vor Krankheiten bewahrt und damit ein Mantel darstellt, das die Frauen schützen kann? Vielleicht hat beides zur Wahl dieses Namens Veranlassung gegeben. Wir wollen nun einmal dem Kräutlein näher treten und müssen deshalb aus der Tiefe hinauf in etwas höhere Regionen des Voralpenlandes steigen. Seine eigentliche Heimat ist die Alpenweide, wo es in treulicher Gesellschaft mit seiner Schwester, dem Silberfrauenmantel, gut gedeiht. Das Silbermänteli ist etwas vornehmer in seiner Kleidung, in der Natur aber ist es bescheiden, denn es wächst auf steinigem, mageren Boden, während das Frauenmänteli mit seinem Werktagskleidchen den fetteren Boden vorzieht. Vielfach steht es in Gesellschaft mit dem stolzen Eisenhut.

Auch in der Nähe von Sennhütten macht das Frauenmänteli dem Riesenampfer den Platz streitig und ist infolge seiner reichlichen Nahrung so groß, dass man vom Frauenmantel reden muss. Seine Heilwirkung kommt in erster Linie den Frauen zugute. Gegen die Schwäche im Bindegewebe hat sich dieses Kräutlein hervorragend bewährt. Allerdings muss man gegen solche Leiden einen Tee mindestens 1 Jahr lang trinken. Die frischen, gequetschten Blätter äußerlich aufgelegt wirken schnell und sind zugleich ein gutes Wundheilmittel. Wer sich in den Alpen Abschürfungen und leichte Wunden zuzieht, hat genug wirksame Medikamente zur Verfügung. Ein paar Johanniskrautblüten zerrieben oder eine zerquetschte Arnikawurzel auf die Schürfwunden gestrichen, darüber zerquetschte Frauenmantelblätter gebunden und wir haben einen billigen, heilenden Verband. Früher wurden auf dem Frauenmänteli gute Salben aus dem frischen Kraut und der Wurzel hergestellt. Die Salben wurden für Wunden und zur Heilung leichter Brüche verwendet. Bei Kindern heilt das Frauenmänteli den Durchfall ohne Nebenwirkungen.

Tipp: Die Teemischung „Myo Plus“ vom Kräuterhaus Lindig in München (Kräuter- und Wurzelsepp) beinhaltet Frauenmantel, Silbermantel, Edelgamander, Liebstöckelwurzel und selbiges Kraut, Schafgarbe und Basilikum. Hat Frau keine Apotheke und keinen Kräuterladen in der Nähe die frische Kräuter liefern, macht Frau das über den online-shop www.seit1887.de

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